Psychopharmaka - Neuroleptika und Suizid / Selbstmord nancy - So Jan 22, 2012 4:05 pm Titel: Neuroleptika und Suizid / Selbstmord
Hallo,
bin ich eigentlich die Einzige, die Probleme hat, dieses Zeug zu nehmen? Ich bin dadurch immens eingeschränkt - dadurch bedingt, dass ich nicht kreativ bin, bin ich nicht schlagfertig und kann mich nicht unterhalten. Ich bin isoliert.
Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, noch jahrelang diese Medikamente zu nehmen. Ich glaub, ich bring mich schon vorher um. Wenn ich den Schriften Glauben schenke, sind 10-15 Prozent der Menschen, die eine Psychose hatten/haben, Selbstmörder. Da kann man schätzen, dass ca. jeder 5. Mensch, der Neuroleptika nimmt, sich umbringt. (hochgerechnet)
Ich verstehe nicht, wieso hier im Forum so freiweg über verschiedene Themen geredet werden kann. Diese Neuroleptika sind doch Geisteskiller!!
Ich bitte um schnelle Antwort. Anonymous - So Jan 22, 2012 4:31 pm Titel:
Hallo nancy,
Ich kann dir nur raten, das nicht zu tun. Ich selbst habe zwei Suizidversuche hinter mir, jeweils mit einer Überdosis Neuroleptika, bei den beiden Versuchen bin ich ganz knapp noch mit dem Leben davon gekommen. Beim ersten Mal hat mich ein Polizistentrupp im Wald gefunden, beim zweiten mal bin ich nach über 1,5 Tagen im Wald aufgewacht und hatte extreme Halluzination bedingt durch die Medis. Meine Wahrnehmung war da eher wie in einem furchtbaren Alptraum, ich habe aber dennoch den Weg nach Hause gefunden. Ich war damals 17 das ist also fast 8 Jahre her, aber ich erinnere mich noch an jedes Detail als wäre es gestern gewesen. Später habe ich noch jemanden kennengelernt, dessen bester Freund einen erfolgreichen Suizid verübt hat und erst als ich ihn traf und mit ihm sprach wurde mir klar, was ich damals hätte anrichten können. Das Argument, dass deine Angehörigen ein Leben lang leiden werden, nützt selbst wenig, dass weiß ich auch noch von damals. Aber du bist wirklich noch so jung und kannst, trotz das es dir momentan sehr schlecht geht ein wunderschönes erfülltes Leben führen. Sieh ich nehme auch noch Medis zur Zeit und fühle mich daher oft schlecht, aber das heißt nich, dass es immer so sein wird. Das Leben kann sich oft so schlagartig ändern, gib ihm die Gelegenheit dazu. Wenn du ältere Menschen fragst, erfährst du oft, dass viele richtig schlechte Zeiten mitgemacht haben. Mein Vater zum Beispiel hatte in seiner Jugend einen schweren Unfall und ist seitdem halbseitig gelähmt. Er hat mir gesagt er hat damals auch oft über Suizid nachgedacht, und das in den 70er Jahren als es gesellschaftlich noch total verpönt war zum Psychologen zu gehen. Sein Leben ist später trozdem noch sehr positiv verlaufen, er hat eine Frau kennengelernt die ihn bedingungslos geliebt hat trotz der körperlichen Einschrenkung und hat mit ihr 3 Kinder bekommen. Und meine Mutter war früher sehr attraktiv und gefragt bei Männern, hätte sich also durchaus auch für nen anderen entscheiden können.
Wie wäre es denn für dich die Medis zu reduzieren bzw. abzusetzen, soweit dass du gut damit Leben kannst. In diesem Forum findest du sehr viele Gleichgesinnte und Hilfen, denen es ganz ähnlich geht. Ich bin übrigens auch dabei mein Solian auszuschleichen, aus der Vergangenheit habe ich jedoch gelernt, dass ich dabei Geduld haben sollte, das fehlt den Meisten beim Absetzen.
Ich für meinen Teil bin (wahrscheinlich) in der Prodromalphase und konnte unter keinem Neuroleptikum, das ich ausprobiert habe, auch nur die geringste Verbesserung feststellen.
Im Gegenteil hatte ich in allen Fällen schon bei Minimaldosierung starke Nebenwirkungen, die jeder psychisch Gesunde, wenn sie bei ihm spontan aufträten, zum Anlass nähme, sich in ärztliche Behandlung zu begeben.
Was nimmst du denn im Moment? Neuromancer - So Jan 22, 2012 5:05 pm Titel:
@Alderamin
Den Unterschied bei den Selbstmordraten zwischen Quetiapin und Clozapin könnte man dadurch erklären, dass ersteres bei allen möglichen Sachen an alle möglichen Menschen mit allen möglichen echten oder nicht echten Erkrankungen verschrieben wird, Clozapin aber nur bei Schizophrenie. In der Gruppe von Quetiapin sind sicherlich alle möglichen Menschen dabei die Suizid begehen.
Inwieweit NL wirklich ursächlich für Suizide sind oder ob es in den meisten Fällen nur eine Folge der Grunderkrankung ist, kann man ja aus solchen Studien gar nicht erkennen. nancy - So Jan 22, 2012 5:10 pm Titel:
Hallo Dolchstoß,
ja, im normalen Leben ist das so, dass man verschiedene Phasen hat. Aber ich bin immer in der gleichen Phase - mir gehts immer gleich. Ich bin nie in Entwicklung, die Pillen verhindern das. Ich will meine Medikamente absetzen, aber der Arzt sagte, ich solle sie noch 5 Jahre nehmen (wahrscheinlich meint er mindestens). Ich nehme so Medikamente, dass ich praktisch selbst absetzen könnte, aber ich darf nicht, weil meine Eltern es verboten haben. (meine Mutter hat es so angeleiert, dass ich entmündigt bin). Ich bin in der Falle. Ich will so gerne Freunde haben. Z. B einen Freund, ich hatte noch nie einen. Aber es geht nicht, weil ich nicht reden kann! Bist du nicht isoliert? Ich möchte so gerne frei sein, und da es nicht im Leben geht, dann eben im Tod. Ich nehme an, dass die Neuroleptika die Suizidalität enorm erhöhen. Ich habe schon seit Jahren Suizidgedanken, habe nur einmal einen Suizidversuch hinter mir. Aber ich weiß, dass ich nur eine sichere Methode finden brauch, damit das klappt. - Und dann hab ich keine Probleme mehr mit den Tabletten. Meine Eltern sind mir wirklich egal. Sie haben es ja angeleiert, dass ich dann tot bin.
Zitat:
Sieh ich nehme auch noch Medis zur Zeit und fühle mich daher oft schlecht, aber das heißt nich, dass es immer so sein wird. Das Leben kann sich oft so schlagartig ändern, gib ihm die Gelegenheit dazu.
Ja, ich würde gerne warten. Aber das sind fünf ganze Jahre. Das heißt, 1825 Tage lang leiden leiden leiden.
Leidest du nicht auch so sehr durch die Medikamente?
Vielleicht bin ich ja fast ein Einzelfall, dass diese Medikamente so eine Horrorwirkung bei mir haben. Ach egal. Ich wäre dann nicht die einzige, die nicht mehr ist durch eigenes Verschulden... Neuromancer - So Jan 22, 2012 5:36 pm Titel:
Nancy, vielleicht verträgst du nur dieses eine Medikament was du jetzt nimmst so besonders schlecht. Mit dem Arzt könnte man den Wechsel auf ein anderes Medi besprechen, was vielleicht nicht solche Nebenwirkungen hat. nancy - So Jan 22, 2012 6:09 pm Titel:
Hallo Neuromancer,
ich habe schon mal abgesetzt und zum Schluss hatte ich ein anderes Medikament als das was ich jetzt nehme - und ich war genauso isoliert wie mit dem jetzigen Medikament. Diese Neuroleptika isolieren doch immer, oder? In der Klinik hab ich einige gesehen, die ebenfalls sehr wenig gesprochen haben, waren reichlich dümmer als sie wohl sein konnten und sehr unkreativ.
Ehrlich gesagt hab ich sowieso schon mit dem Leben abgeschlossen. Traurig sein kann ich nicht, weil ich keine Emotionen habe. Hat doch alles keinen Sinn mehr... Neuromancer - So Jan 22, 2012 6:30 pm Titel:
Ich habe selber schon Menschen gesehen, die von einer sehr hohen Neuroleptikadosis Nebenwirkungen hatten, so ein Zittern in den Armen. Aber bei vielen die ich so getroffen habe bisher war es so, dass sie ihre Medikamente einigermaßen gut vertragen haben. Es ist nicht zwingend bei jedem und allen Medikamenten so, dass solche gravierenden Eingriffe ins Gefühlsleben da sind. Es gibt mittlerweile auch viele NL als Depotspritze, soweit es meine Erfahrung ist vertrugen die Menschen das recht gut. Ich würde versuchen, andere vergleichbare Medikamente auszuprobieren, es ist gut möglich dass man was findet was gut passend ist. Maximilianus - So Jan 22, 2012 7:54 pm Titel:
Nancy, ich kann Dolchstoß nur Recht geben, du darfst nicht aufgeben!
In den Forum hier gibt es einige Leute von den ich zumindestens weiß das sie ähnliche Probleme haben wie du, dazu gehöre ich nämlich auch.
Auch mein Leben hat sich nach meiner Psychose radikal geändert.
Bevor ich krank wurde lief es bei mir im Leben gerade mal so richtig gut, ich war stark an der Uni, beim Sport, hatte stark an meiner Figur gearbeitet und war draufhin kurz davor endlich auch eine Beziehung zu haben, denn auch ich hatte noch nie eine richtige Freundin und bin jetzt 22 Jahre alt.
Aber gerade dieser Stress mir eine Beziehung aufzubauen hat mich maßgeblich in die Psychose gebracht.
Auch ich habe inzwischen schon zwei Selbstmordversuche hinter mir und muss festhalten, dass das einfach nur dumm von mir war.
Ich habe auch komische Nebenwirkungen unter den Medikamenten entwickelt, wie zum Beispiel das ich keinen Sport mehr treiben kann und fühlte mich oft nicht richtig verstanden von meinen Eltern und von den Ärzten und hatte drauf hin aufgegeben zu Leben.
Heute seh ich aber wider die Hoffnung, dass ich wieder gesund werde, weil meine Ärztin, die sehr erfahren ist und meine Mutter meine Problematik voll und ganz verstanden haben, was sehr lange gedauert hat.
Man kann einen aber nur helfen oder Hilfe bekommen wenn Verständniss vorliegt.
Meine Ärztin hat mir gesagt, dass ich wieder ganz gesund werde nur kann sie mir den Zeitraum nicht nennen und das glaub ich ihr heute.
Nancy, bitte bitte gib nicht auf viele haben die gleichen Probleme wie du hier im Forum, aber vor allem sprich unbedingt mit deinen Ärzten darüber wie es dir geht und wenn dich deine Eltern nicht mit den Ärzten reden lassen, dann nimm einfach deine Medikamente nicht mehr bis du persöhnlich mit Ärzten reden kannst.
Denk einfach immer daran du bist nicht die einzige der es im Moment schlecht geht und das Leben wird sich wieder ändern auch für dich.
Ich denk mir inzwischen immer, wenn ich diese Phase im Leben überstanden habe, dann kann mich nichts mehr umhauen und ich werde für den Rest meines hoffentlich noch langen Lebens glücklich sein, dass ich wieder gesund geworden bin.
Wir sind schwer krank geworden, aber vertrau mir wenn ich dir sage diese Krankheit wird sich heilen lassen.
Nancy ich wünsch dir alles Gute und denk immer daran, du bist nicht allein!
Max
P.S. Das Mädchen mit dem ich mir eine Beziehung aufbauen wollte war auch 21 und hatte auch noch nie eine Beziehung gehabt. Anonymous - Mo Jan 23, 2012 1:00 am Titel:
Tja soll ich jetzt wirklich anfangen von meinem Leben zu berichten ? Es ist gar nicht mal so schlecht, aber ich leide sehr unter einem verminderten Selbstwertgefühl glaube ich. Ich vergleiche mich extrem oft mit anderen, sei es im Thema Lebenslauf, Aussehen, Beziehungen einfach alles. Dabei ziehe ich vor meinem Ego eigentlich immer den kürzeren. Sozial isoliert bin ich insofern, dass es kaum Leute gibt die sich etwas um mich scheren. Ich gehe zur Schule und arbeiten, sehe also viele Menschen, aber ich habe niemanden der mich mal besuchen kommt, oder mit mir zu einem Konzert geht. Ich habe auch durchaus versucht zu anderen Kontakt aufzubauen, aber mein Selbstwert spielt in solchen Sachen auch ne Rolle, fällt mir halt nicht leich zu fragen ob mal jemand Zeit hat und ich komme mir auch bescheuert dabei vor. An das alleine sein habe ich mich größtenteils gewöhnt, daran die Leute zu missen die einen Lieben, allerdings nicht. Ich habe mich dennoch in den Jahren nicht zum Negativen gewandelt, ich bin ein sehr tiefgründiger Mensch und nicht so ein oberflächliches Arschloch, wie da draußen viele rumlaufen. Aber an all diesen Dingen kann sich was ändern und ich versuche es wenigstens und hoffe auf ein besseres sein irgendwann einmal. Selbstmord ist scheiße glaub es mir, egal wie schön du dir das redest. Wenn du wirklich stirbst, hast du keinen Plan was dann ist, wenn nicht stehst du vor einer riesigen Ruine. Mache weiter, auch wenns oft scheiße ist, das kennen wir hier alle. Ich würde jetzt auch lieber neben meiner Freundin einschlafen. Aber Gott scheint das für mich (noch) nicht eingeplant zu haben, was kann ich anderes Tun an als das Gute zu Glauben und auf das Beste zu hoffen. Man es gibt doch immer wieder schöne Momente und Tage.
In diesem Sinne:
"in the darkness there must come out to light, stay alive" (Bob Marley) terra nova - Mo Jan 23, 2012 12:12 pm Titel:
Entmündigung, es heißt ja seit 1992 freundlicher Betreuung, ist bestimmt hart. Meine Eltern haben zusammen mit meinem Ex meine Zwangseinweisung in die Klinik organisiert. Das hat mich richtig getroffen. Suizid war für mich auch Thema aber ich habe mich fürs Kämpfen entschieden. Daher empfehle ich dir:
Mach dich schlau bezüglich deiner Rechte! Las dich bei Wohlfahrtsverbänden wie Caritasverband, Diakonisches Werk oder Arbeiterwohlfahrt rechtlich beraten.
Rechtsgrundlage: §§ 1896 ff. BGB
„Der Betreuer wird auf Antrag des zu Betreuenden, auch auf Antrag Angehöriger oder von Amts wegen vom Vormundschaftsgericht bestellt. Wenn es den Angelegenheiten des zu Betreuenden dient, können auch mehrere Personen zu Betreuern bestellt werden. Der vom Vormundschaftsgericht ausgewählte Betreuer ist, wenn ihm dies zumutbar ist, zur Übernahme des Betreuungsmandats verpflichtet. Als Betreuer kommen neben Verwandten, Bekannten oder anderen Personen auch Betreuungsvereine in Betracht.“
Medikamente werden häufig über-dosiert verordnet. Ich spüre selbst bei halbierter Dosis eine anti-psychotische Wirkung aber kaum Nebenwirkungen. Die Dosierung orientiert sich in der Regel an starken Rauchern. Ein Nichtraucher benötigt bis zu 1/3 weniger. Vorsichtig experimentieren und sich dabei selbst ganz genau beobachten hilft.
Wenn du es schaffst Medikamente bedarfsorientiert zu dosieren, kann das sogar ein Vorteil gegenüber Normalos sein. Ich empfinde es als besondere Macht mit Hilfe der Medi Gefühle zulassen oder zu unterbinden. Momentan nehme ich ganz freiwillig etwas weil es mich befähigt Dinge zu tun die ich mir sonst nicht zutraue.
Sport wird dir helfen, wenn du es schaffst durchzuhalten bis steigende Kondition dir Erfolgserlebnisse beschert. Ein Sportverein - Nebenbei hast du soziale Kontakte wo nicht das Sprechen in Vordergrund steht. Schwimmen finde ich sehr geeignet.
Kämpfen ist der Weg zum Erfolg,
liebe Grüße Terra Hybrid - Mo Jan 23, 2012 1:39 pm Titel:
Hallo nancy,
schlimme Geschichte!
Doch ich denke nicht, dass Du die Medikamente volle 5 Jahre in der gleichen hohen Dosis bekommen wirst. Sprich wirklich auf jeden Fall mit dem Arzt darüber! Und wenn die Dosis mal reduziert wird, gehts meist schon viel besser, was die Gefühle angeht! Vielleicht wird die Medikation auch nochmal geändert und es klappt dann plötzlich viel besser. (Bei mir wurden sehr viel ausprobiert und es dauert halt immer ein paar Wochen, bis man die Wirkung und Nebenwirkungen abschätzen kann.
Also nich denken, das Leiden bleibt jetzt unbedingt so die vollen 5 Jahre!
Wie lange ist denn das schon mit der Gefühllosigkeit?
Und welche Medikamente bekommst Du denn?
Hast Du auch nen Psychologen, mit dem Du über sowas "reden" kannst (oder per Mail schreiben - schreiben klappt ja anscheinend schon besser als reden)? Auch über die Selbstmordgedanken - und das schlimme "entmündigt" geworden zu sein?
Bei mir hat die Gefühllosigkeit und das Denken, dass ich da nie wieder rauskomm und nie wieder "frei" bin (erst haben die Stimmen mich getrieben und versucht zu "kontrollieren" (während dem Schub), dann die Ärzte und Medikamente und dann meine Eltern), über ein Jahr fast gleichbleibend angehalten - das war die Hölle. Vor allem, weil ich ja auch nicht mal gescheit darüber sprechen konnte.
War dann aber ziemlich plötzlich weg (obwohl ich immernoch Medikamente nehme)!
Hast Du dich in der Klinik eigentlich besser "gefühlt", als bei Deinen Eltern?
Und...Du hast schon wieder nen Tag geschafft, wenn Du das hier liest!
Weiter so! Nicht aufgeben, es wird bestimmt besser (wie hier schon viele schrieben, die es echt wissen müssen!)! Du wirst noch im Leben gebraucht, auch wenn Du dir das gerade nicht vorstellen kannst und wirst auch wieder "frei" sein können...und zwar lebendig - davon bin ich überzeugt! (Auch wenn meine Meinung Dir vielleicht nicht viel wert ist weil ich halt nicht Jesus bin aber wenn ich olle Wurst das schaffen kann, der eigentlich nix kann, dann schaffst Du das bestimmt auch (das gilt übrigens für viele hier)!
Und nen ersten Schritt aus der Isolation hast Du doch schon geschafft, indem Du hier geschrieben hast (auch, wenn es sich für Dich noch nicht so anfühlt!) - hätt ich mich damals nich getraut - selbst dafür wär ich zu feige gewesen und hätt keinen klaren Gedanken gehabt, den ich schreiben hätte können! Hut ab! Und denk nicht, Du müsstest es Deinen Eltern oder den Ärzten "zeigen", was sie Dir antun (gerade durch den "Freiheitsentzug" und die Kontrolle), indem Du Dich umbringst (solche Gedanken hatte ich auch).
Versuch doch lieber die "kleinen restlichen" Freiheiten zu nutzen, wie z.B. hier zu schreiben, bis Du soweit bist und wieder Energie hast, Dir weitere Freiheiten langsam wieder zurückzuerobern (auch wenns noch viel Geduld erfordert). nancy - Mo Jan 23, 2012 4:42 pm Titel:
Hallo,
danke, dass ihr alle so zahlreich geschrieben habt.
Also, ich bin an einem Punkt angelangt, der immer so bleiben wird - so lange ich die Medikamente nehme. Mit dieser Scheiße habe ich schon 5 lange Jahre zu tun (und ich weiß daher, dass 5 Jahre unter Neuroleptika seeehr lang sind und dass sich die Wirkung dessen nicht ändert). Diese Wirkung kann man mit Kleister im Gehirn vergleichen.
Ich nehme Risperdal, aber ich hab auch schon mal Abilify genommen - alles hat gleich gewirkt. Bei allen kann ich nicht gescheit sein. Gerade das ist der Punkt, der mir auch zeigt, dass ich nicht gerade willkommen in der Welt bin (da ich diese Pillen ja gezwungen bin zu nehmen). Meine Eltern wurden deshalb schon oft wutentbrannt (weil ich immer das Gleiche erzähle, erzähle zu viel über mich, ich vergesse oft Sachen, verstehe Zusammenhänge nicht).
Ich weiß, dass 21 Jahre nicht viel sind. Aber wenn ich es so betrachte, hätte ich schon vor ca. 5 Jahren das Handtuch schmeißen sollen - idealerweise vor der Neuroleptikageschichte, damit ich nie damit zu tun gehabt hätte.
Es ist sehr lieb von euch, mir geschrieben zu haben, aber ich schätze, mir kann man nicht mehr helfen. nancy - Mo Jan 23, 2012 6:13 pm Titel:
edit psybomb - Mo Jan 23, 2012 9:49 pm Titel:
Ich hardere auch mit der einnahme der Medikamente aber ich glaub eher das die von der beschriebenen Probleme nicht an den Medikamenten sondern an der Erkrankung liegen. Ich hatte meine Medikamente schon abgesetzt und es hat sich nichts gebessert. Trajan - Di Jan 24, 2012 2:04 am Titel:
@Nancy: Mir ist gerade eingefallen, dass du dich ja letztens erkundigt hast, wie man am besten beim Reduzieren vorgehen sollte. Hast du mittlerweile reduziert? Es ist wichtig, dass du dies tust, denn es könnte eine wesentliche Verbesserung deiner Situation bewirken. Maximilianus - Mi Jan 25, 2012 12:44 pm Titel:
Scheiße Nancy,
du steckst echt so tief in deiner Hoffnungslosigkeit, dass es mir unglaublich Leid für Dich tut. Ich denke ich weiß wie beschissen deine Situation momentan aussieht, denn auch ich fühle mich wie schon erwähnt so ähnlich wie du. Es ist bitter wenn man immer wieder den Leuten von seinen Problemen erzählt in der Hoffnung das einem einer hilft, aber sich nichts tut. Ich fühlte mich letztes Jahr als ich meine Selbstmordversuche verübt hatte auch einfach vom Schicksal und der Gesamtsituation dazu gezwungen. Erst läuft es mal so richitg gut in Leben, so gut wie es noch nie voher war und dann das, schizoaffektive Störung mit Wahngedanken und allem was dazu gehört! Habe auch Risperdal bekommen und habe die selbe Negativsymptomatik wie du darunter entwickelt. Aber bevor du aufgibst solltest du wenigstens so gescheit sein mal die Neuroleptika abzusetzten, wenn nötig auf eigene Faust und gucken ob das dir was bringt.
Wie gesagt auch ich hatte mich schon aufgegeben und das schon nach 5 Monaten, aber es bringt doch nichts aufzugeben, weil das wirklich die mit Abstand beschißenste Lösung für dich und alle anderen ist.
Viele hier in den Forum sind am Kämpfen und du musst das auch.
Es werden bessere Zeiten kommen und wenn du bis dahin gekämpft hast, dann kannst du den Rest deines Lebens dann so richtig genießen.
Zuletzt will ich dir noch sagen das es gut ist was du hier gemacht hast, nämlich über deine Selbstmordabsichten zu reden, das zeigt mir das du noch Hoffnung hast, diese Hoffnung sollte nicht sterben.
Also Nancy gib nicht auf und kämpfe weiter, dann wird dich das Schicksal bestimmt dafür belohnen!
Max terra nova - Mi Jan 25, 2012 5:35 pm Titel:
Mach es nicht Nancy!
Entweder ist es endgültig oder wenn es schief geht, ist es danach noch schlimmer.
Ich stand auch mal ganz knapp vor der Entscheidung.
Hab mich bewusst gegen den Suizid entschieden!
Hab Kämpfen und Leben gewählt!
Hat sich gelohnt!
Hätte nicht gedacht dass mein Hirn und Verstand noch mal zurückkommen.
Dabei war es so scheiße, ich war so weit unten, tiefer ging es für mich nicht!
Entmündigt in einer miesen Klinik, fixiert und mit Medikamenten vollgespritzt im Halbkoma da liegen müssen. Krämpfe in allen Muskeln, nur noch unscharfe Wolken gesehen, nur durch Watte gehört, hab nur noch lallen können...
Ich war es so leid - aber das Kämpfen hat sich gelohnt denn:
bin die Fixierung los geworden,
bin dem Wahnsinn entkommen,
bin aus der Klinik gekommen,
bin die Betreuung los geworden,
bin die Medikamente los geworden,
hab mein Leben komplett neu organisiert,
hab viel Sport gemacht,
bin den Speck los geworden,
bin überhaupt nicht mehr isoliert,
hab einen tollen Partner gefunden,
hab jetzt Familie, zwei gesunde Kinder,
bin so froh und dankbar, dass ich es nicht getan habe!!!
Wenn du vorsichtig deine Medizin reduzierst, lass überzählige Tabletten sofort im Klo verschwinden. Vergewissere Dich, dass bei Abspülen überzählige Tabletten wirklich weggespült werden. Mach die Reduktion aber langsam und vorsichtig. Suche dir einen neuen Arzt der deine Beschwerden ernst nimmt und so lange die Medikamente und die Dosierung anpasst bis du zurechtkommst. Es gibt auch vernünftige Ärzte, habe ich nach längerer Suche gefunden. Vielleicht ist dein jetziger Arzt zu bequem sich vernünftig Gedanken über deine Medikamente zu machen. Deine Eltern hören vermutlich blind auf die Anweisungen des Ärzte. Einem neuen Arzt werden sie dann auch gehorchen wenn der die Medikamente reduziert oder umstellt.
Nun vertraue bitte darauf, dass sich etwas ändern lässt!
Jede Situation hat irgendwo eine Perspektive.
Vielen Leuten hier im Forum ging es auch sehr, sehr schlecht,
wenn sie dir raten durchzuhalten dann sprechen sie aus eigener Erfahrung!
Nimm dir die Zeit und lies die Beiträge wie den von Max nochmal und nochmal...
Es stimmt.
Liebe Grüße Terra Mave24 - Sa Nov 24, 2012 11:35 am Titel:
Hallo, kennt von euch vielleicht jemand, eine E-Mail adresse von Nancy oder wie man sie erreichen kann?